Selbstgemachte Leckerli, Dörrfleisch für Katzen

Nachdem der kleine Allesfresser – namens Murphy – bei uns eingezogen ist, lohnt es sich nun endlich, unseren Dörrautomaten auch mal für Fleisch in Betrieb zu nehmen.

Da wir die großen Jungs bislang nicht für Dörrfleisch begeistern konnten, hatten wir den Dörrautomaten ursprünglich zur Trocknung von Schnecken- und Garnelenfutter gekauft und genutzt.
Aus diesem Grund entschieden wir uns seinerzeit auch für ein günstigeres Gerät, nämlich den „Klarstein Bananarama“.

Klarstein Bananarama Dörrautomat

Er ist sicher nicht der Benz unter den Dörrautomaten, aber er schafft bis zu 70 °C und hat einen eingebauten Timer mit Abschaltautomatik. Um zu testen, ob uns dörren langfristig liegt, war das Gerät mit knapp 60,00 € – wie wir finden – teuer genug.

Wozu macht man Dörrfleisch?

Dörrfleisch ist eine artgerechte Leckerei für deine Katze. Man kann es als fertige Leckerchen in fast jeder Zoohandlung kaufen. Hat man allerdings einmal selbst gedörrt und vergleicht gekauftes Dörrfleisch mit selbst getrocknetem Fleisch, dann fragt man sich oft, wie Farbe, Form und Konsistenz des gekauften Dörrfleisches zustande kommen.

In der Zutatenliste habe ich bislang nichts finden können, was Aufschluss hierüber gibt, aber es muss ja auch nicht immer alles im Detail aufgelistet werden. Trocknest du Fleisch oder Fisch selbst, hast du die maximale Kontrolle darüber, was du deinem Tier als Leckerchen anbietest. Darüber hinaus empfinde ich es auf längere Sicht auch deutlich günstiger, Fleisch oder Fisch selbst zu dörren.

Da Fleisch während des Dörrvorgangs den Großteil  seiner Feuchtigkeit verliert, ist Dörrfleisch, wenn man so will ein Fleischkonzentrat. Dementsprechend intensiv riecht es auch. Außerdem wird es – wie man sich denken kann – sehr fest. Die Kiefermuskeln deiner Katze können also mal richtig arbeiten und überdies werden ihre Zähne gepflegt. Schneidet man das Fleisch mit der Faser, statt gegen die Faser, erhöht man diesen Effekt.

Was benötigt man alles zum Fleisch dörren?

Neben dem erwähnten Dörrautomaten braucht es eigentlich nur mageres Fleisch und die üblichen Küchenutensilien, um dieses in Streifen zu schneiden. Wer keinen Dörrautomaten besitzt und zunächst auch keinen anschaffen möchte, kann auch im Backofen dörren. Da dies jedoch mit einigen Nachteilen verbunden ist, haben wir es selbst nicht ausprobiert. Wer es dennoch auf diese Weise versuchen möchte, für den liefert Tante Google einige Suchergebnisse zur Vorgehensweise.

Los gehts – let’s dörr

Als wir vorgestern unseren Dörrautomaten für neue Leckerli in Betrieb genommen haben, haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, und gleich ein paar Fotos für euch geschossen. Hähnchenbruststreifen und Rind haben wir schon öfter mal gedörrt. In Sachen Fisch und Kaninchen hatten wir Premiere. Da wir zunächst gar nicht wussten, welchen Fisch wir dörren sollen bzw. welcher dazu geeignet ist, sind wir nach Köln in die Metro gedüst und haben uns beraten lassen.

Wie der ein oder andere vielleicht schon dem Foto entnehmen konnte, hat man uns Sardellen empfohlen.  Mindestabnahmemenge war 1 kg, aber wir haben es trotzdem gewagt. Zum Testen hat man uns noch zwei Stücke frischen Lachs geschenkt, weil diese leicht beschädigt waren. Bereits beim Schneiden der Lachsstücke schwante mir, dass Lachs zu fett sein könnte für unser Vorhaben. *räusper* Mit dieser Vermutung lag ich leider auch gar nicht mal so falsch.

Da unser Dörrfleisch vom Hähnchen fast aufgebraucht war, haben wir im Anschluss an den Fisch auch gleich nochmal Hähnchenbrust gedörrt. Um auch beim Fleisch mal etwas Neues auszuprobieren, kam noch 1 kg Kaninchenbauchlappen auf das Dörrgitter. Ein Familienbetrieb im Nachbarort bietet diese aus regionaler Zucht an. Wir haben sie dort auch schon für unser selbstgekochtes Nassfutter gekauft.

Worauf sollte man achten?

Zur Herstellung von Dörrfleisch solltest du unbedingt mageres Fleisch kaufen. Fettes Fleisch ist zum Dörren eher ungeeignet, da Fett sehr schnell ranzig wird. Im Ergebnis ist das Dörrfleisch nur kurze Zeit lecker und schimmelt recht schnell. Überdies verflüssigt sich Fett während des Dörrens und verursacht in deinem Dörrautomaten eine ziemliche Sauerei. Am besten also gleich mageres Fleisch kaufen und/oder vorhandenes Fett entfernen.

Ich dörre grundsätzlich nur frisch gekauftes Fleisch. Bevor ich das Fleisch in Streifen schneide, wasche ich es unter fließendem Wasser gründlich ab. Das gilt besonders für Fisch und Geflügel. Vor dem Schneiden tupfe ich alles mit einem Küchentuch trocken.

Während sich Rindfleisch und Kaninchenbauchlappen recht gut in Streifen schneiden lassen, kann Hähnchenbrust durchaus zur Herausforderung werden. Legt man das Fleisch zunächst 30-60 Minuten in den Tiefkühler,  lässt es sich besser schneiden. Ich schneide am liebsten lange, etwa 0,5 cm starke Streifen. Bei Rind auch schon mal etwas stärkere. Wenn möglich schneide ich immer mit der Fleischfaser. So zerfällt das Dörrfleisch später nicht schon von allein in Stücke.

Neben dem guten Geschmack sollen die „Mäuse“ ja auch etwas zu kauen haben. Eben damit der Kauspaß bei dem Ganzen nicht zu kurz kommt, schneide ich auch lieber lange Streifen, als kleine Stücke oder Würfel.

Unser Murphy inhaliert die Stücke sonst notfalls auch einfach und würgt dann im Zweifelsfalle eine viertel Stunde daran herum. Sind die Streifen lang und stark genug, wird die Fütterung mit Dörrfleisch tatsächlich zu einem Erlebnis. So empfinden wir das zumindest.

Dörrfleisch und Dörrfisch

Während des Dörrens wende ich das Dörrfleisch 1-2 mal, damit es gleichmäßiger trocknet und nicht an den Dörrgittern festklebt. Außerdem wechsele ich in Abständen die Reihenfolge der Dörrgitter, weil unten mehr Hitze zur Verfügung steht, als in den oberen Gittern. Je nach Art und Dicke der Fleischstreifen  wählen wir eine Temperatur von 50-60 °C. Die Dörrzeit beträgt bei vollgepacktem Dörrautomaten etwa 10-12 Stunden.

So sehen beispielsweise fertig gedörrte Sardellen und Lachs aus. Bei Huhn und Kaninchen habe ich tatsächlich vergessen Fotos zu machen, *schäm* aber ein Stück weiter oben, auf dem Brettchen, kann man auch Huhn, Rind und Kaninchen sehen.

Das Gefühl dafür, wann das Dörrfleisch fertig ist, bekommt man mit der Zeit. Es sollte nicht so knochentrocken sein, dass es schon zu zerfallen beginnt, aber auch nicht so, dass es im Inneren noch weich ist. Gut durch getrocknet ist das Fleisch deutlich dunkler als zuvor, noch leicht „biegsam“ und sieht teils etwas glasig aus.

Dörrfleisch richtig aufbewahren

Wir haben uns für unsere Vorräte Frischhaltedosen zugelegt. Mit Reis gefüllte Teebeutel (zum selbst befüllen) können dem Dörrgut beigelegt werden, um es trocken zu halten.  Unser Dörrfleisch steht in unserem nicht gekühlten Haushaltsraum, welcher seither Murphys Lieblingszimmer ist.

Einzig den gedörrten Lachs haben wir im Kühlschrank untergebracht. Da dieser auch nach dem Dörren noch sehr fettig ist, hält er sich gekühlt deutlich besser.

Doerrfleisch Vorraete

Zum Dörren geeignete Fleischsorten

Nachfolgend listen wir Fleischsorten auf, die nach unserer Meinung gut oder schlecht geeignet sind, um Dörrfleisch daraus  herzustellen. In der Liste finden sich ausschließlich Fleischsorten, die wir selbst gedörrt haben. Testen wir neue Fleischsorten, werden wir die Liste nach und nach ergänzen.

Top

Hähnchenbrustfilet
mageres Rindfleisch
Kaninchenbauchlappen
Putenbrust
Sardellen

Flop

Lachs (Akzeptanz hervorragend, aber zu fett)

Seit Murphy bei uns lebt, stellen wir regelmäßig unser eigenes Dörrfleisch her. Es macht einfach Freude zu sehen, wie er sich auf seine Leckerchen stürzt. Nebenher noch zu wissen, dass man ihm nichts Ungesundes gibt, ist einfach schön. Besonders gern mag er die Hähnchenbruststreifen, aber auch die anderen Fleischsorten werden gut und gern gefressen. Obwohl er getrocknete Sprotten aus dem Handel gänzlich ablehnte, frisst er unsere selbst getrockneten Sardellen wahnsinnig gern. Sie riechen aber auch extrem verführerisch nach Fisch.

Den meisten Kauspaß gibt es bislang bei den Kaninchenbauchlappen. Vermutlich, weil diese ihm Rohzustand schon eine recht zähe Struktur haben. Auf dem Foto rechts unten sieht man an seiner krausen Nase ganz gut, dass er sich ein klein wenig anstrengen muss, um seinen Snack zu zerbeißen.

1

Ähnliche Beiträge

  • Warum ich selbstgekochtes Katzenfutter füttere… In den vergangenen 8,5 Jahren habe ich zwei meiner Katzen vorzeitig durch schwerwiegende Krankheiten verloren. Vor ca. neun Jahren erkrankte unser Kater Mohrchen an CNI. Trotz aller […]
  • Huhnihahner – Katzenfutter mit Huhn Alle ein bis zwei Monate ist Huhnihahner-Tag. An diesem Tag mutiert unsere Küche vollkommen zur Katzenfutterküche und Percy ist begeisterter Beobachter des Geschehens. Für alle […]
  • Husch ins Körbchen Der vergangene Winter war mal wieder lang genug, um viele neue Ideen für unser Katzengehege auszuhecken. Sobald die ersten wärmeren Tage da waren, habe ich begonnen, diese in die Tat […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten nach der EU-DSGVO zu und akzeptiere die Datenschutzbedingungen.