Wenn die Tage gezählt sind

Wenn man – wie ich – sein ganzes Leben mit Katzen verbringt, wird man sich mit jedem Jahr das vergeht und jedem Tier das man hat, der Tatsache etwas bewusster, dass die gemeinsame Zeit endlich ist. Je mehr Tiere man auf ihrem letzten Weg begleitet hat, je öfter man ertragen musste, dass sie viel zu früh gehen müssen, umso mehr fürchtet man – zumindest geht es mir so – diesen einen Tag. Seit gestern wissen wir nun sicher, dass dieser gefürchtete Tag für uns und unseren Rasmus in greifbare Nähe gerückt ist.

Mehr zufällig wird ein Tumor entdeckt

Im Zuge einer Giardien-Infektion  – vor etwa drei Monaten – entdeckte die seinerzeit behandelnde Tierärztin einen „kleinen Tumor“ in Rassis Maul. Corona wegen, waren wir vorübergehend in eine näher gelegene Praxis gefahren als sonst. Man sagte uns, dass man –  wenn die Giardien Behandlung durchgestanden sei – gelegentlich eine Probe entnehmen müsse, um den Tumor beurteilen zu können. Dass orale Tumore bei Katzen fast ausschließlich bösartig sind und deshalb grundsätzlich Eile geboten ist, sagte man uns leider nicht.

Es dauerte einige Wochen bis wir an das Thema Giardien endlich einen Haken machen konnten. Doch nun quälte sich Rasmus mit irgendeiner allergischen Reaktion. Also noch immer kein guter Zeitpunkt, ihn in Narkose zu legen. Wir hatten den Tumor zwar gedanklich durchaus auf dem Schirm, waren uns des Ernstes der Lage aber nicht annähernd bewusst. Man hatte uns auch noch immer nicht darauf aufmerksam gemacht, wie ernst wir diesen „kleinen“ Tumor nehmen sollten.

Also versuchten wir erstmal die Allergie in den Griff zu bekommen. Unser Zottel ist immerhin gut 14 Jahre alt, hat mächtig Rücken und dazu eine Schilddrüsenüberfunktion. Für eine Narkose sollte er schon halbwegs fit sein. So zumindest unsere Gedanken dazu, die sicherlich auch nicht ganz falsch waren. Die Frage, ob man ihm damals noch hätte helfen können, stelle ich mir nun trotzdem oft.

Nachdem sich – trotz aller Behandlungsansätze – seine Juckerei nicht wirklich legte, war eine Blutuntersuchung angedacht. Man muss wissen, dass Rasmus bei dieser Art der Behandlung alles andere als umgänglich ist und wir deshalb auch in unserer „Stamm“-Tierarztpraxis nur zu einer speziellen Tierärztin gehen. Seine Kartei hat den Vermerk „CAVE !!!“. In der „neuen“ Tierarztpraxis darf zudem keiner seiner Menschen mit in den Behandlungsraum und so entschieden wir, unser Bärchen in unserer alten Praxis weiterbehandeln zu lassen.

Der Tumor gerät in den Fokus

Eigentlich waren wir ja vordergründig der Allergie wegen in die Praxis nach Erftstadt gefahren, dennoch sprach ich die Tierärztin auch auf den kleinen Tumor in seinem Maul an. Was ich an unserer Tierärztin so ausgesprochen schätze ist, dass sie es irgendwie schafft, ehrlich aber trotzdem mitfühlend zu sein. Deshalb realisierte ich hier nun auch erstmals, wie ernst die Lage eigentlich war.

Während bei Hunden durchaus auch mal gutartige Tumore in der Mundhöhle auftreten können, sind derartige Auffälligkeiten bei Katzen fast ausschließlich bösartiger Natur. Insbesondere dann, wenn sie wie unser Rasmus im Seniorenalter sind. Der Tumor hatte nun also absolute Priorität. Die große Blutuntersuchung, gegen die er sich mit aller Kraft wehrte, ließen wir trotzdem machen. Die daraus resultierenden Befunde zeigten, dass sonst scheinbar alles in Ordnung ist.

Narkose, Röntgen und Entnahme der Gewebeprobe

Wir machten einen OP-Termin für den 05. November aus und hofften in den verbleibenden 14 Tagen bis zum Termin inständig, dass unser Rasmus die absolute Ausnahmekatze ist. Der 05. November rückte heran und die Angst war groß. Da nur einer seiner Menschen mit in den Behandlungsraum darf und Herrchen mir den Vortritt ließ, blieb ich bei unserem Bärchen, bis er schlief. Dann warteten wir vor der Praxis im Auto bis die OP überstanden war. Wir wollten für den Fall, dass es Komplikationen gibt, in seiner Nähe sein.

Der Eingriff verlief gottlob ohne große Komplikationen. Der Kiefer und sein Torso wurde geröntgt, der Tumor wurde zu einem Teil entfernt und die Zähnchen wurden auch gleich noch geputzt und von Zahnstein befreit. Die Gewebeprobe wurde zur pathologischen Untersuchung eingeschickt. Das Röntgenbild des Kiefers zeigte, dass sich der Tumor – wenn auch nicht extrem tief – bereits bis zum Knochen vorgearbeitet hatte.

Warten auf die Befunde

Die nachfolgenden sechs Tage waren sehr belastend. Wir hofften zwar auf ein Wunder, aber alles, was wir gelesen und gehört hatten ließ wenig Raum für Optimismus. Gestern kamen dann endlich die Ergebnisse der Biopsie und gaben uns die schreckliche Gewissheit, dass es sich bei dem Tumor im Maul unseres Bärchens um ein orales Plattenepithelkarzinom handelt. Ein bösartiger invasiver Tumor, der in der Regel schnell wächst und selten gut operabel ist.

Wie kann es nun weitergehen?

Angesichts der Röntgenaufnahmen  ist davon auszugehen, dass für die komplette Beseitigung des Tumors eine Amputation des halben Unterkiefers notwendig ist. Zuvor müsste er allerdings nochmal in Narkose gelegt werden, um durch ein MRT sicherzustellen, dass der Tumor nicht bereits gestreut hat. Alternativ können wir ihn palliativ behandeln und den Dingen ihren Lauf lassen.

Eine schwere Entscheidung

Oder auch nicht. Bereits die  vergleichsweise harmlose Probenentnahme hat Rasmus sehr zu schaffen gemacht und wir brauchten drei Tage um wieder halbwegs unseren alten Rasmus zu haben. So richtig erholt hat er sich bis heute – eine Woche nach dem Eingriff – noch nicht. Sollen wir ihm da wirklich diese Odyssee an Eingriffen zumuten? Sollen wir unserem stolzen, dickschädeligen, absolut kompromisslosen Zottelbären mit 14,5 Jahren dazu zwingen, mit einem halben Unterkiefer leben zu müssen? Das alles ohne jede Garantie, dass er dann wirklich geheilt ist. Nehmen wir ihm damit nicht vielleicht die letzte Zeit seines Lebens, in der er noch ein lebenswertes Katzenleben führen kann?

Ich habe niemals vorzeitig aufgegeben und immer bis zur bitteren Neige gekämpft. Manchmal hat es sich auch wirklich gelohnt.  Aber ich finde, das Ziel sollte immer sein, dass es dem Tier bei dem was man tut besser oder zumindest nicht schlechter geht. Herrchen und ich glauben, dass das nicht der Fall sein wird, wenn wir entscheiden, den Tumor beseitigen zu lassen.

Leben mit dem Wissen, dass der Abschied naht

Wie lebt man damit zu wissen, dass das geliebte Tier bald gehen muss? Ich kann es euch nicht sagen. Gestern Abend habe ich über Stunden geweint. Heute früh als ich wach wurde, waren meine Gedanken sofort bei unserem Rasmus und es fühlte sich fast an, als wäre er schon weg.

Man hört oft von Menschen, die unwissend um ihren Gesundheitszustand glücklich und zufrieden leben, bis dass sie eine schreckliche Diagnose erhalten, die ihnen die Freude am Leben nimmt. Ich glaube, ein bisschen kann man das vergleichen. Wie lange wir unser Bärchen noch haben werden, kann uns niemand sagen. Wir wissen nur, dass er uns in absehbarer Zeit verlassen wird und hoffen, dass uns noch ein bisschen Zeit miteinander bleibt, in der er ein würdiges Katzenleben führen kann. Es ist einfach nur schlimm und ich versuche nun einen Weg zu finden, irgendwie zu genießen, dass er noch da ist. Ich hoffe, mir gelingt das einigermaßen.

25

Ähnliche Beiträge

  • Frustpinkler Mir scheint, es war gestern, dass ich voller Stolz von unserem schönen Innenbereich zum Freigehege berichtet habe. Ich war eigentlich auch sehr zufrieden mit Schatzis Wohnzimmer, doch […]
  • Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen
  • Geriatrisches Profil KatzeGeriatrisches Profil Geriwas? Als Geriatrie bezeichnet man die Altersheilkunde des Menschen. Die Tiergeriatrie befasst sich mit selber Thematik, nur auf den Vierbeiner bezogen. Demzufolge könnte man ein […]

20 Kommentare

  1. BabetteBabette

    Ich hatte beim Lesen tatsächlich Gänsehaut! Mein Kater hat auch schon den Seniorenstatus erreicht und ich mache mir langsam Gedanken, um die Endlichkeit der Zeit, wie du so schön gesagt hast. Ich fühle absolut mir dir und wünsche dir und Rasmus alles Gute! Ich bin mir sicher, dass du ihm die schönsten letzten Stunden bereitest, die er nur haben könnte! Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
    Deine Babette

  2. TinaTina

    Liebe Andrea,
    genieß(t) die Zeit, die ihr noch habt, so gut es geht.
    Ich habe meine Seelenkatze während des Corona-Lockdowns dieses Jahr im April verloren, mit 14,5 Jahren. Akute Bauchspeicheldrüsen-/Leberentzündung mit Verdacht auf einen im Ultraschall (noch) nicht entdeckten Tumor.
    Sie wollte einfach nichts mehr fressen. Trotz „Zwangs“ernährung und Infusionen nahm sie immer weiter ab, bis sie eines Abends nicht mehr konnte/wollte. Sie hat sich auf meine Brust gelegt, das Pfötchen an mein Kinn gehalten, mich noch 2mal tonlos angemaunzt, um Blickkontakt aufzubauen (das war so ihr Ding)… und dann hat sie einfach aufgehört zu atmen. :`(((

    Letztes Jahr um diese Zeit wusste ich noch nicht mal, dass ihr etwas fehlt. Wir hatten im Nov. 2019 ein Geriatrieprofil erstellen lassen und alle Werte waren im (altersentsprechenden) Normalbereich.
    Weihnachten war noch total unbeschwert.
    Erst am 10.1.2020 fiel mir auf, dass sie sich plötzlich leichter anfühlte, was die Waage auch bestätigte. Sie hatte innerhalb von knapp 2 Wochen ein halbes Kilo abgenommen… und trotz Medikation, Infusionen und allen erdenklichen Mitteln war ihr nicht mehr zu helfen.
    Auch wir standen vor der Option, sie aufschneiden und operieren zu lassen und haben uns dagegen entschieden.

    Die letzten 4 Monate waren wunderschön – und doch irgendwie die Hölle.
    Pukki war mein Seelenwesen.. sie war quasi immer bei mir. Wenn ich am PC saß, dann legte sie sich vor die Tastur über meine Unterarme, setzte ich mich auf die Couch, dann setzte sie sich auf meine Oberschenkel und machte sich lang, dass sie ihre Pfoten rechts und links von meinem Hals lang machen konnte (sie umarmte mich quasi), selbst wenn ich in der Badewanne lag, streckte sie sich am Badewannenrand aus und ließ eine Pfotenspitze in mein Wasser hängen, obwohl sie sonst sehr wasserscheu war.
    Trotz allem bin ich froh, dass sie ihre letzten Monate „intakt“ verbracht hat.. ohne OP, ohne Narbengewebe, ohne Eingriff(e) durch Fremde. Die (zuletzt täglichen) sub-kutanen Infusionen mit RL-Lösung, die ich ihr verabreicht habe, waren für sie unerträglich genug..

    Katzen haben zum Tod eine andere Einstellung als wir Menschen, glaube ich. Wer geboren wird, muss sterben… der Kreislauf der Natur.
    Pukkis Bruder (der mit mittlerweile über 15 Jahren gsd noch bei uns ist, sich aber mit allen 4 Pfoten gegen sein Renal-Futter wehrt) hat den Verlust gut verkraftet.
    Er hat sie nach ihrem letzten Atemzug beschnuppert und sie nochmals am ganzen Körper geputzt (ein letzter Dienst an und sein Abschied von ihr -> meine Deutung), hat aber sonst keine Anzeichen von Trauer gezeigt, obwohl die beiden immer ein Herz und eine Seele waren. Er gibt mir immer wieder das Gefühl, dass sie für ihn nicht „weg“ ist, sondern einfach einen anderen „Zustand“ angenommen hat. Klingt komisch, ist aber so.

    Puh, das ist länger geworden als gedacht.. obwohl meine Tränen geflossen sind.

    —tl;dr—
    Kurz und gut.. ich wiederhol’s nochmals… genießt die Zeit, die euch noch bleibt. Dein Rassi merkt wahrscheinlich ohnehin, dass dir was auf der Seele lastet.

    Ich wünsche euch viel Kraft und noch viele erinnernswerte Augenblicke gemeinsam.

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

    • AndreaAndrea Autor dieses Beitrags:

      Liebe Tina,
      herzlichen Dank für deinen ausführlichen und so lieben Kommentar. Ich würde gern auch noch ein paar Worte mehr dazu schreiben, aber das Thema ist sehr emotional und ich kann nicht jeden Tag gleich gut damit umgehen. Vielleicht finde ich an einem anderen Tag noch ein paar Worte mehr für dich. Ich möchte nur nicht, dass du das Gefühl hast, ich würde deine herzlichen Worte ignorieren.
      Im Moment geht es unserem Rasselchen den Umständen entsprechend gut und er „nötigt“ uns von früh bis spät zum Verwöhnprogramm. Ich wünsche dir und allen die dir am Herzen liegen besinnliche Festtage.
      Liebe Grüße Andrea & Jungs

  3. Laura von KatzenkramLaura von Katzenkram

    Liebe Andrea,

    mit dem Wissen zu leben, stelle ich mir wahnsinnig schwierig vor. Wenn ich da an unsere Katzen denke, wird mir gleich ganz anders…

    Unsere Drei sind jetzt alle10 Jahre alt. Zum Glück gibt es noch keine schlimmeren Alterserscheinungen. Trotzdem bereiten wir schon nach und nach eine Umstellung vor: Seniorfutter, Zahnpflege, Unterstützung beim Krallen stutzen, … und weiterhin natürlich ganz viel Liebe.

    Deinem Rasmus wünschen wir alles Gute, dir vor allem viel Kraft und gemeinsame Zeit, die ihr ausgiebig genießt!

  4. Sara ToblerSara Tobler

    Gehe auch gerade mit meiner Katze Fiora den letzten Weg.
    Weil sie einen bösartigen Tumor auf der Vorder Zunge hat den man nicht operieren kann, weil auf der hinder Zunge ein 2ter sitzt und der genau am Blutgefäß sitzt.
    Es ist sehr schwierig.
    Könnt ihr mir paar Tipps geben um ihr Leben liebenswerter zu machen?

    Mit freundlichen Grüßen Sara Tobler

    • AndreaAndrea Autor dieses Beitrags:

      Hallo Sara,
      unser Rasmus hat im Moment absolute Narrenfreiheit. Er darf fressen so oft er will und was er will und das weiß er gut auszunutzen. Außerdem fahren wir regelmäßig zum Tierarzt mit ihm. Dort bekommt er immer wieder mal (aktuell etwa einmal im Monat) ein Langzeit-Cortison gespritzt, das einige Symptome lindert und ihm sichtlich gut bekommt. Bei einem jungen, gesunden Tier wäre man mit regelmäßigen Cortisongaben sicherlich vorsichtig. In unserem Falle ist es eine Palliativbehandlung und wir halten es – ebenso wie die behandelnde Tierärztin – für absolut vertretbar. Es bekommt ihm wesentlich besser als die Gabe von Schmerzmitteln. Sprich doch mal mit deinem Tierarzt darüber, ob das für deine Fiora auch eine Option wäre. Ich verstehe gut, wie du dich fühlst, wir sehen dem blöden Tumor auch machtlos zu, wie er wächst und wächst. Solange unser Bärchen jedoch Appetit hat und nicht sichtlich leidet, werden wir weiter so verfahren, wie bisher. Ich wünsche dir noch eine möglichst lange lebenswerte Zeit mit deiner Maus. Viel Glück und Kraft.
      Andrea & Jungs

      • Martina PlatMartina Plat

        Genau in gleicher Situation befinde ich mich leider auch.
        Unser Baghira ein Maincoon Junge ist auch 14,5 Jahre alt.
        Ende März 21 wurde der Tumor im Maul entdeckt, mit gleicher Diagnose und schnell wachsend.
        Wir entschieden uns nach der Tumor OP, für eine Homöopathische Behandlung, die das Tumor Wachstum verlangsamt.
        Alle 14 Tage zur Tieärztin, zur Kontrolle und Antibiotika Spritze. Jetzt haben wir den 16.August 2021 Baghira lebt noch, aber wir werden ihn diese Woche erlösen. Es fällt sehr schwer, denn er kuschelt, schnurrt, jagt auch nochmal einem Schmetterling im Garten hinterher und nimmt am Familienleben teil. Seit heute frisst er seine ohnehin flüssige Nahrung kaum noch und trinken ist plötzlich auch sehr mühsam für ihn.
        Wir sind unendlich traurig, aber leiden soll er nicht.
        Liebe Grüße Tina

        • AndreaAndrea Autor dieses Beitrags:

          Hallo Tina,
          das tut mir sehr Leid für euch. Wir behandeln unseren Rasmus – wie oben erwähnt – seit einigen Monaten mit Cortison. Das soll das Wachstum des Tumors wohl ein wenig einschränken. Gelegentlich gibt es auch Antibiotika. Noch geht es ihm den Umständen entsprechend. Leider sind wir von der Überflutung in NRW betroffen und es ist ziemlich chaotisch bei uns. Insbesondere die Evakuierung hat unserem Bärchen zu schaffen gemacht und der viele Dreck hier zu Hause. Wir hatten uns unsere letzte gemeinsame Zeit anders vorgestellt. Man kann es sich leider nicht aussuchen. Vielleicht rappelt sich eure Maus ja doch nochmal und ihr habt noch etwas mehr Zeit. Ich drücke die Daumen. In jedem Falle wünsche ich euch für den schweren Weg, der vor euch liegt, alles Liebe und ganz viel Kraft. Es ist ein schlimmer Schritt, egal wie notwendig er ist. Alles Gute!
          Liebe Grüße Andrea & Jungs

          • KathrinKathrin

            Liebe Andrea,
            ich kann sehr mit dir mitfühlen. Habe am 17.8. die selbe Diagnose für meinen Pantau bekommen. Meinen Urlaub habe ich sofort storniert, da ich ihn in dieser Situation nicht alleine lassen wollte. Es tut mir sehr leid, dass bei euch auch noch die schreckliche Flutkatastrophe hinzukommt.
            Mein Kater bekommt auch Cortison, worauf er sehr gut anspricht. Er war total abgemagert und jetzt frisst er wieder richtig viel. Ich verwöhne ihn auch und versuche die Zeit mit ihm zu genießen, die uns noch bleibt. Ich hoffe so, dass er keine zu großen Schmerzen hat und dass ich den richtigen Zeitpunkt finde, um ihn zu erlösen. Noch verhält er sich ziemlich normal und fängt sogar noch Mäuse! Dass es bald zu Ende geht, kann ich noch nicht so recht realisieren. Es ist wirklich sehr schwer, sich damit abfinden zu müssen.

          • AndreaAndrea Autor dieses Beitrags:

            Liebe Kathrin,
            bevor ich totmüde ins Kissen falle, möchte ich auch auf deinen Kommentar noch reagieren. Er steht ja hier, weil du vermutlich nach der Diagnose gegoogelt hast und so irgendwann auf meinem Blog gelandet bist. Und wenn man dann seine eigene Geschichte erzählt, ist es schön, auch eine Antwort zu bekommen. Es tut mir sehr leid, dass dich und dein Katerchen dasselbe Schicksal ereilt hat, wie uns. Diese gemeinen Krankheiten, bei denen man so gar nichts tun kann und nur dem „Verfall“ zusehen muss, sind wirklich sehr schwer zu ertragen. Trotzdem möchte ich dir ein wenig Mut machen. Seit Rasmus Tumor erstmals gesehen wurde, ist nun schon gut ein Jahr vergangen. Der Tumor ist inzwischen zwar erheblich gewachsen, aber das Cortison macht Appetit und lindert auch Schmerzen. Abgesehen von dem Hochwasserchaos, geht es unserem Bärchen den Umständen entsprechend. Wir sind uns dessen schon bewußt, dass sich dass BLatt – gerade bei so bösartigen Tumoren – schnell auch mal wenden kann, aber dennoch lebt Rasmus jetzt schon länger, als wir damals zu hoffen wagten. Ich wünsche dir von Herzen, dass auch dir und einem Katerle viel mehr Zeit bleibt, als du zu träumen wagst. Dass du deinen Urlaub abgesagt hast, finde ich toll! Das hätte ich ganz genauso gemacht. Alles Liebe und Gute für euch!
            Andrea & Jungs

          • TinaTina

            Danke für das Mitgefühl. Leider mussten wir Baghira noch am gleichen Abend 16.8.21 erlösen. Die Atmung hatte sich in in eine schnelle oberflächliche verändert. Ich hatte so Angst,dass er mir nachts erstickt. Wir haben in sehr liebevoll verabschiedet, er dürfte in meinem Arm einschlafen.
            Es ist hart, er fehlt uns so sehr.

          • AndreaAndrea Autor dieses Beitrags:

            Ach je, das tut mir so sehr leid. Ich habe es schon so oft ertragen müssen, dass ich es mit jedem mitfühlen kann. Es ist wirklich schlimm und kaum auszuhalten. Ich wünsche dir von Herzen, dass du es schaffst, an die schönen Momente mit Baghira zu denken und dabei zu lächeln. Mir gelingt das leider nur sehr selten, weil die Trauer um das, was vergangen ist, meist überwiegt. Aber es gibt Menschen, die schaffen es, sich die schöne Zeit ins Gedächtnis zu rufen, ohne dabei traurig zu sein. Ich hoffe, dir gelingt das irgendwann. In deinem Herzen und deinem Kopf – und wenn das noch so abgedroschen klingen mag – wird Baghira leben, bis du selbst irgendwann diese Welt verlässt. Alles Liebe für Dich.

  5. ScarletScarlet

    Uns geht’s gerade ähnlich. Unsere ist 20 Jahre alt und hat nichts mehr gefressen. Abgemagert von 2.8 auf 2.19kg.
    Wir dachten, vielleicht altersschwäche das sie sich Verabschiedet

    Aber sie hat Tumor im Kiefer, weswegen sie nichts mehr gefressen hat.

    Wir haben uns auch gegen eine OP oder eine Chemotherapie entschieden, weil sie das alleine schon gar nicht überleben würde.

    Wir sind gerade mit Schmerzmittel dabei. Mit den Schmerzmittel frisst sie wieder, schnurrt und putzt sich.
    Und solange der Lebenswille noch da ist, werden wir ihr Leben mit Schmerzmittelso angenehm wie möglich machen.

    Sie zeigen uns, wenn es Zeit ist zu gehen.

    • MartinaMartina

      Viel Kraft für euch, macht ihr noch eine schöne Zeit.
      Unser hatte die letzten Tage das sehr flüssige Futter von miamor, in so kleinen Dosen. Das konnte er bis zum Schluss fressen.

  6. Gaby StejuhnGaby Stejuhn

    Seit Ende Juli hat unser 16 Jahre alter Kater auch einen Tumor im Maul. Der ist quasi aus dem Nichts gewachsen. Eine OP war nicht mehr möglich, da ein Knochen sich bereits aufgelöst hatte. Der andere hat sich schräg gestellt und somit kann er noch durchgematschtes fressen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass so was in zwei Wochen wachsen kann. Wir waren noch beim TA wg der Schilddrüse.

    Nun bekommt er die ganze Zeit ein Schmerzmittel. Erst war es eine kleine Flasche zum Testen ob es geht. Als ich Nachschub holte war man verwundert, dass ich statt einer kleinen, die grösste Flasche haben wollte.

    So lange Gizmo auf mir rumtrampelt, morgens um halb 5 geräuschvoll in mein Bett klettert, weiter rausgeht und auch sonst alles wie gewohnt macht, bleibt es so und jeder Tag wird genossen.

    Allerdings ist es an manchen Tagen schwer mit dem Wissen um ihn noch fröhlich zu sein.

    Schauen wir wie es weiter geht.

    Euch allen wünsche ich starke Nerven.

    • AndreaAndrea Autor dieses Beitrags:

      Es tut mir sehr leid für euch, dass auch ihr diese Erfahrung machen müsst. Bei uns ist es aktuell so, dass wir täglich damit rechnen, unser Bärchen zu verlieren. Daher auch meine späte Reaktion. Alles Gute und hoffentlich noch eine schöne gemeinsame Zeit wünschen
      Andrea & Jungs

  7. AnkeAnke

    Liebe Andrea, es hat mir gerade so gut getan, dies alles zu lesen, ich danke dir und euch dafür. Unsere Hedi ist 17 1/2 und seit 10 Tage wissen wir, dass sie ein malignes Karzinom im oberen linken Kiefer hat. Die Zahn-OP, bei der dies festgestellt wurde, ist natürlich super verlaufen, alles toll, aber das Ergebnis der Gewebe/Knochenproben war dann nicht so schön. Hedi hat Anfang August eine Wesensänderung gezeigt. Sie wollte – für uns von einem Tag zum anderen – nicht mehr in bestimmte Räume, nicht mehr auf ihre Katzenklos und nicht mehr nach draußen. Meinen Sommerurlaub habe ich quasi durchgeheult, weil ich dachte, sie würde sich verabschieden. Nach 10 Tagen mit erfolglosen Pipi/Blutproben haben wir es mit Vitafyllin versucht und das war dann erstmal der Trick. Hedi ist aufgeblüht und wieder in alle Räume gerannt, konnte plötzlich auch wieder auf Stühle springen. Aber dann kam eben die Zahngeschichte und das unschöne Ergebnis. Es ist einfach tragisch, zu sehen, wie sie unbedingt nach draußen, in den Garten will. Wir wohnen hier seit 2004 und 2005 kam die schwarze Hedikatze aus dem Tierheim zu uns und hat unser Leben umgekrempelt. Unsere Tochter ist 20 und kennt quasi kein Leben ohne Katze. Was soll nun werden? Die TÄ meinte, es handele sich um Tage, vielleicht Wochen, keine Monate mehr. Wenn sich Hedi nachts in mein Bett kuschelt und mich anschaut und ihren Kopf unter mein Kinn drückt…seufz. Seit dem Lockdown arbeite ich im Homeoffice und bin seitdem 24/7 mit ihr zusammen. Sie tröstet mich, wenn ich Stress habe, dann drücke ich einfach mein Gesicht in ihr Seidenfell und – wir waren immer zusammen im Garten. Aktuell ist der Garten mir egal. Ich bin so voller Trauer und belaste meinen Mann und meine Tochter sicher auch damit, kann das aber nicht abstellen. Was mach ich nur ohne sie. Ich wünsche mir, dass sie friedlich auf meiner Bettdecke abends einschläft und einfach nicht mehr aufwacht. Wer hätte gedacht, dass man soviel Liebe geben kann. So, jetzt kommen mir die Tränen. Nochmals danke, und ganz viel Kraft und Glück für euer Bärchen und all die anderen Katzileinchens (wie mein Mann jetzt sagen würde)

    • AndreaAndrea Autor dieses Beitrags:

      Liebe Anke,
      danke für deinen lieben Kommentar. Du wirst es nicht glauben, aber auch mir tun deine Zeilen heute gut. Wir befinden uns im Moment in der verzwickten Situation den richtigen Zeitpunkt zu erkennen. Ich möchte kein Tier zu früh über die Regenbogenbrücke schicken, denn ich bin nicht Herrin über Leben und Tod. Unser Rasmus baut sichtlich ab, stellt die Nahrungsaufnahme allmählich ein, zeigt aber noch ganz viel Lebenswillen. Er spielt noch, geht sich die Krallen wetzen, hüpft in den Karton, den ich gerade abgestellt habe und begrüßt mich mit dem gewohnten Murzeln, wenn ich ihn anspreche. Wie kann ich ihn da töten lassen und von Erlösung sprechen? Quälen soll er sich jedoch auch nicht und so lebe ich eigentlich nur noch in Unruhe und bin unglücklich, denn ich weiß, was da nun auf mich zukommen wird. Ich kann die Fragen, die du dir stellst nur zu gut nachvollziehen. Auch deine Gemütsverfassung ist für mich absolut verständlich. Ich kann das Wissen um den nahenden Abschied auch nicht überspielen und fröhlich den Dingen nachgehen, denen ich mich sonst widmen würde. Rasmus Zustand überschattet im Moment einfach alles. Wenn ich es schaffe einen kurzen Moment ganz sachlich darüber nachzudenken, dann weiß ich, dass der Schmerz irgendwann milder wird und man damit zu leben lernt. Im nächsten Moment weiß ich dann aber auch, wie lange es dauert und wie sehr es weh tut, bis man halbwegs mit der neuen Situation umgehen kann. Ich kann um jedes meiner verlorenen Tiere ohne Mühe weinen, selbst nach über 30 Jahren noch. Man kann unendlich viel Liebe in so ein kleines Wesen stecken und man kommt noch viel mehr Liebe von ihnen zurück. deshalb zahlt man am Ende des gemeinsamen Weges auch jedes Mal diesen bitteren Preis. Ich danke dir für deine guten Wünsche und wünsche auch dir, dass du einen Weg für dich finden wirst, mit dem nahenden Verlust deiner geliebten Hedi umzugehen. Vielleicht gelingt es dir ja doch – anders als mir – die verbleibende Zeit noch ein wenig zu genießen.
      Liebe Grüße und alles GUte
      Andrea & Jungs

      • StejuhnStejuhn

        Das mit dem richtigen Zeitpunkt ist nicht einfach.

        Wir gehen gleich zum TA damit Gizmo angeschaut wird und dort nochmal gewogen wird. Bei ihm ist, aus meiner Sicht, alles ok. Er geht in den Garten, folgt mir fast überall hin, hat gutes Fell und klare Augen. Beim Fressen ist er nach wie vor wählerisch, was es mir schwer macht. Mag er das Futter nicht oder kann er nicht fressen.

        Inzwischen habe ich flüssiges Futter so zur Ergänzung. Aber heute morgen wird alles ignoriert.

        Uns allen wünsche ich starke Neven, das richtige Bauchgefühl und gute TA die ein Stück weit den schwierigen Weg mit uns gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.