Warum ich selbstgekochtes Katzenfutter füttere…

selbstgekochtes Katzenfutter

In den vergangenen 8,5 Jahren habe ich zwei meiner Katzen vorzeitig durch schwerwiegende Krankheiten verloren. Vor ca. neun Jahren erkrankte unser Kater Mohrchen an CNI. Trotz aller Bemühungen starb Mohrchen wenige Monate später an den Folgen dieser Krankheit. Er war zu diesem Zeitpunkt knapp zwölf Jahre alt und damit für eine Katze noch viel zu jung zum Sterben.
Drei Jahre später erkrankte Mohrchens langjähriger Gefährte Elvis im zarten Alter von 13 Jahren an Feliner Diabetes mellitus. Als wir die Diabetes endlich…

In den vergangenen 8,5 Jahren habe ich zwei meiner Katzen vorzeitig durch schwerwiegende Krankheiten verloren. Vor ca. neun Jahren erkrankte unser Kater Mohrchen an CNI. Trotz aller Bemühungen starb Mohrchen wenige Monate später an den Folgen dieser Krankheit. Er war zu diesem Zeitpunkt knapp zwölf Jahre alt und damit für eine Katze noch viel zu jung zum Sterben.

Drei Jahre später erkrankte Mohrchens langjähriger Gefährte Elvis im zarten Alter von 13 Jahren an Feliner Diabetes mellitus. Als wir die Diabetes endlich halbwegs in den Griff bekommen hatten, gesellte sich leider auch bei ihm CNI dazu. Mit 16,5 Jahren starb auch Elvis an den Folgen seiner Krankheiten. Ich finde, auch er war noch viel zu jung.
Seit einigen Monaten steht nun auch für meinen Kater Schatzi die Diagnose CNI, womit er mit seinen ca. neun Jahren leider alle „Rekorde“ gebrochen hat.

Nun bin ich weder Tierärztin, noch Wissenschaftlerin und kann das Ganze sicherlich nur laienhaft bewerten, dennoch mache ich mir seit geraumer Zeit so meine Gedanken dazu. Wenn ich in meine Kindheit zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass unsere Katzen damals wesentlich länger gesund und munter waren, als es heute der Fall ist. Und das, obwohl wir ihnen in der ehemaligen DDR nicht das „gesunde Katzenfutter“ diverser namhafter Hersteller verabreichen konnten. Oder gerade deshalb? Früher bekamen unsere Katzen weitestgehend das, was auch wir aßen. Natürlich achteten wir darauf, dass keine scharf/kräftig gewürzten Speisen im Napf unserer Katzen landeten, aber Katzenfutter gab es bei uns einfach nicht (bzw. erst sehr viel später, als ich bereits 13-14 Jahre alt war). Nun ist die reine menschliche Kost vermutlich auch nicht die optimale Ernährung für eine Katze, aber trotz allem beschleicht mich das Gefühl, dass unsere Tiere früher gesünder waren, als sie es heute vielfach sind.

Wenn man diversen Ausführungen fach- und sachkundiger Menschen zu dieser Thematik Glauben schenken darf, so kann man weder die eine, noch die andere Krankheit durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten hervorrufen oder vermeiden. Aber ist dies wirklich ausreichend erforscht, um es endgültig beurteilen zu können? Ich glaube das nicht wirklich. Komisch ist, dass man einem Menschen mit grenzwertigen Blutwerten sehr wohl dazu rät, sich zucker- und fettärmer zu ernähren, um eine drohende Diabetes zu vermeiden. Warum also soll dies auf unsere vierbeinigen Freunde nicht zutreffen?
Oder sind vielleicht doch die Meisten, mit denen wir darüber reden können, in gewisser Weise befangen?

Mag die „moderne“ Katze kein Fleisch?

Eine weitere Tatsache, die mich zunehmend skeptisch macht ist die, dass Katzen, die an handelsübliche Futtersorten gewöhnt sind, häufig ihre arttypischen Ernährungsgewohnheiten gänzlich oder größtenteils abgelegt haben. Das habe ich sowohl bei meinen eigenen Tieren beobachten können, als auch bei Katzen von Bekannten, Freunden und Verwandten. Warum in aller Welt verschmähen so viele Katzen, die an handelsübliches Katzenfutter gewöhnt wurden, ein leckeres, saftiges, rohes Stück Rindfleisch oder ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil ohne unnötige Zusatzstoffe? Mir drängt sich hier das Gefühl auf, dass man mit unseren Tieren das gleiche „Spiel“ treibt, wie man es bei uns Menschen mit irgendwelchen geschmacksverstärkenden „Süchtigmachern“ tut.

Was macht Getreide für Katzen so „gesund“?

Katzen gehören wie auch Hunde der Ordnung „Raubtiere“ an und da Raubtiere selten Salat und Möhren jagen, gehören sie zu den Fleischfressern. Man sollte also meinen, bei einem guten Katzenfutter müsste Fleisch den Hauptbestandteil des Futters ausmachen. Nun ist ja allgemein bekannt, dass bei der Auflistung von Inhaltsstoffen eines Katzenfutters, der erstgenannte Inhaltsstoff den größten Anteil des Futters ausmacht. Wie kann es dann sein, dass die Inhaltsangaben eines Katzenfutters mit dem Begriff „Getreide“ beginnen? Ich finde das mehr als fragwürdig. Dennoch ist das insbesondere bei Trockenfutter durchaus der Fall.
Für meinen Geschmack dient der „gesunde“ und oftmals viel zu hohe Anteil an Getreide vorwiegend dazu, das Futter auf preiswerte Weise zu strecken. Während Stand heute 1kg Weizen für 0,17€ (http://www.finanzen.net/rohstoffe/weizenpreis) zu bekommen ist, kostet 1kg Rindfleisch (der Kauf eines halben Rindes zu Grunde gelegt – www.oex.de/preise_rindfleisch_2014.pdf) immerhin schon 5,70€.

Und was macht eigentlich Zucker im Katzenfutter?

Als Elvis begann, an Diabetes zu leiden, beschäftigte ich mich zwangsläufig auch mehr mit den Zusatzstoffen, die im Katzenfutter zu finden sind. Erschrocken stellte ich fest, dass selbst bei sehr hochpreisigem Katzenfutter nicht selten Zucker unter den Zusatzstoffen zu finden war. Was soll das? Wozu mengt man dem Futter einer Katze Zucker bei? Damit sie schneller fett wird? Oder damit ihre Zähne schneller faulen? So oft ich auch darüber nachdenke, mir fällt kein vernünftiger Grund dafür ein. Man liest zwar hier und da, dass das Futter durch den Zucker für den Menschen optisch ansprechender wird, als vernünftigen Grund sehe ich das allerdings nicht an. Fakt ist, sucht man nach einem Katzenfutter ohne Zuckerzusatz, reduziert sich die vorhandene Futter-Auswahl enorm. Zumindest war das vor 2-3 Jahren der Fall und ich glaube nicht, dass sich daran viel geändert hat.

Zurück zum Ursprungsthema

All diese Erlebnisse und meine Gedanken dazu brachten mich auf die Idee, zumindest Nassfutter selbst herzustellen. Aber wer wird es fressen? Rasmus, der vom Züchter leider ausschließlich an Trockenfutter gewöhnt wurde, lehnt Nassfutter fast gänzlich ab. Für ihn brauchte ich die Katzenfutterproduktion also nicht aufnehmen. Schatzi verschmäht die Maus in freier Wildbahn zwar nicht, ist aber sonst auch an normales Nassfutter gewöhnt und frisst ein Stückchen Fleisch auch eher mit sehr langen Zähnen (nun wo er Nierendiät bekommen muss, würde dieses Futter für ihn aber ohnehin ausscheiden). Percival, unser jüngster Kater, brachte die optimalen Voraussetzungen mit. Er wurde bereits von der Züchterin an sehr hochwertiges Nassfutter aus einer Art Familienproduktion gewöhnt und auch rohes Lammfleisch stand dort regelmäßig auf dem Speiseplan. (Ja, solche Züchter findet man nicht an jeder Ecke.) Also ein Katzenkind ohne verkorkste Geschmacksnerven und damit der optimale Kandidat für selbstgekochtes Katzenfutter. Gesagt, getan, verkostet, für gut befunden.

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1 Kommentar

  1. SchatznasenAngelika (jule)

    Du sprichst mir so sehr aus der Seele!!! Leider müssen 4 meiner 5 Plüschpopos Tierarztfutter essen. 3 Haben Struvit, einer hat ein Megacolon und muss sehr faserreiches Futter haben, damit sein Output ganz weich ist. Aber trotzdem gibt es auch für diese 4 immer mal was Tolles, wie z. B. Hühnerherzen oder Hühnerhälse, kleine Rindfleischstückchen . Das sind Festtage für die Bande! Und alles hier vom Biohof aus der Nähe. Ich selbst bin zur Vegetariererin geworden, weil ich mir mit Hartz IV kein Biofleisch leisten kann.

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