Wandkratzbäume selbstgebaut

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In meinem heutigen Beitrag dürft ihr mir ein wenig beim Bauen unserer neuen Wandkratzbäume über die Schulter sehen. Vielleicht hat der Eine oder Andere schon gelesen wie es dazu kam, dass Schatzis Räumchen komplett umgestaltet wurde!? Wer es noch nicht gelesen hat, aber dennoch wissen möchte, findet die Geschichte dazu im Beitrag „Frustpinkler“.
Als klar war, dass ich Schatzis Innenbereich komplett neu gestalten werde, stöberte ich ein wenig im Internet nach Ideen, die möglichst platzsparend zu realsieren sind.

In meinem heutigen Beitrag dürft ihr mir ein wenig beim Bauen unserer neuen Wandkratzbäume über die Schulter sehen. Vielleicht hat der Eine oder Andere schon gelesen, wie es dazu kam, dass Schatzis Räumchen komplett umgestaltet wurde!? Wer es noch nicht gelesen hat, aber dennoch wissen möchte, findet die Geschichte dazu im Beitrag „Frustpinkler“.
Als klar war, dass ich Schatzis Innenbereich komplett neu gestalten werde, stöberte ich ein wenig im Internet nach Ideen, die möglichst platzsparend zu realsieren sind.

Dabei stolperte ich zeitnah über Wandkratzbäume verschiedener Hersteller und war spontan von der Idee angetan, solche Kratzbäume selbst zu bauen.

Zum Einen nehmen Wandkratzbäume verhältnismäßig wenig Platz ein, wovon in Schatzis Räumchen ja nicht  allzu viel vorhanden ist, zum Anderen bleibt der Fußboden frei und ist somit gut zu reinigen. Es ist schon appetitlich genug, andauernd irgendwelche verirrten Mäusekadaver unter dem Sessel hervorzuangeln, bevor diese zu neuem Leben erwachen. Auf regelmäßiges Kratzbaumrücken kann ich da gut verzichten.

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Was wird benötigt?

Die Menge des benötigten Materials hängt natürlich nicht unwesentlich davon ab, wieviele Wandkratzbäume man bauen will und wie diese aussehen sollen. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden und seine Phantasie bemühen.

Wer ein wenig Sparfuchs ist, kann aber auch sonst noch eine ganze Menge Kosten einsparen. So sind z.B. in allen mir bekannten Baumärkten Reststücke von Multiplex-Platten nur halb so teuer, als wenn man sich Stücke auf Maß zuschneiden lässt. Und die Reststücke sind nicht selten so groß, dass man sie sogar noch beschneiden muss.

Für die Kratzstämme habe ich z.B. ein paar alte, aber trockene Pfähle unseres Sichtschutzzauns verwendet. Wer die Stämme komplett mit Sisal bewickeln will, kann aber auch einfach ein paar ungehobelte Kanthölzer aus Nadelholz verwenden. Viel preiswerter geht es nicht. Wer sagt, dass ein Kratzstamm rund sein muss.

Material

Multiplex-Birke od. Buche (Stärken 9-12-15-18-21-24)
Vierkantholz (8x8cm bis 10x10mm)
Sisalseil
Gewindemuffen M8
Gewindestäbe M8 x 60
Klarlack (spielzeugtauglich)
Schrauben
Holzdübel
Holzleim
Plüsch Meterware

Bleistift
Kreppband

Werkzeug

Stichsäge
Schraubenzieher
Sandpapier
Akkuschrauber
Holzbohrer
Maßband/Zollstock
Wasserwaage

von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig:
Bandsäge/Kapp- & Gehrungssäge
Laubsäge
Schwingschleifer
Multifunktionswerkzeug (Dremel)
Laubsäge
Spanngurte
Bohrständer
Lötkolben
Knarre
Nähmaschine

Robuste Kratzstämme

Für die Stämme habe ich – wie gesagt – alte Zaunpfähle genutzt. Diese waren weder morsch, noch nass und somit war das eine sehr preiswerte Lösung. Die Pfähle habe ich in  35 und 40cm lange Stücke zersägt. Damit der Kratzbaum später nicht schief steht, ist es wichtig, dass die Schnitte gerade sind. Eine Kapp-und Gehrungssäge tut hier gute Dienste.

Wer keine alten Zaunpfähle hat, kauft sich halt ungehobelte Kanthölzer aus Nadelholz und sägt diese auf die gewünschte Länge. Kauft man die Hölzer im Baumarkt, kann man dort die Stämme gleich auf Länge sägen lassen.

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Damit man die einzelnen Teile des Kratzbaums später miteinander verschrauben kann, muss man die Kratzstämme zunächst mal mit Gewinde ausstatten. Ich habe hierzu Gewindemuffen verwendet. Um die Muffen in den Pfahl setzen zu können, müssen zuerst Löcher vorgebohrt werden. Die Größe der Löcher richtet sich nach der Größe der gekauften Muffe. Die Muffen sind zwar mit einem Schlitz für Schraubenzieher ausgestattet, ich fand es allerdings wesentlich einfacher, eine kurze Maschinenschraube in die Gewindemuffe  zu schrauben und dann die Muffe mit Hilfe einer Knarre in den Kratzstamm zu drehen.

Weil unsere alten Zaunpfähle eine recht schöne Struktur hatten und die Rolle Sisal nicht mehr ganz voll war, entschied ich mich einen Teil der Stämme naturbelassen zu verbauen. Diese Stämme habe ich mit einer Drahtbürste gesäubert und geglättet und im Anschluss mit Klarlack lackiert.

Die anderen Stämme wurden straff mit Sisalseil umwickelt. Anfang und Enden der Seilstücke habe ich mit wasserfestem Holzleim bepinselt und mit dem Drucklufttacker am Stamm fixiert. Mein Geheimtipp: Alle 6-8 Runden die Wickelungen mit einem Hammer zusammenklopfen. So steigt zwar der Sisalverbrauch ein wenig, aber ich habe das Gefühl, die Kratzstämme werden dadurch strapazierfähiger.

Wandhalter zur Befestigung

Als die Stämme fertig waren, habe ich mich an die Herstellung der Wandhalter gemacht, denn ohne diese kann man Wandkratzbäume nun mal nicht an der Wand fixieren. Da ich drei Kratzbäume gebaut habe, musste ich insgesamt sechs Halter herstellen. Jeweils drei, weil sich die unteren Halter von den oberen unterscheiden.

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Damit ich nicht endlos erklären muss und ihr dann nicht endlos lesen müsst, habe ich eine Skizze mit den Maßangaben zu allen Teilen der Wandhalter angefertigt.

Was man der Skizze nicht entnehmen kann ist, dass ich die meisten Ecken ein wenig abgerundet habe. Das ist optisch ganz nett, aber was viel wichtiger ist, es besteht weniger Verletzungsgefahr, wenn man sich an einem der Teile stößt.

Die Rundungen habe ich mir mit einer Schablone angezeichnet, mit der Stichsäge gesägt und dann mit Sandpapier nachgeschliffen. Die Einzelteile habe ich mit Holzdübeln und wasserfestem Holzleim miteinander verbunden. Zu Schrauben habe ich der Optik wegen nur selten gegriffen. Wo ist auf den Fotos nachvollziehbar.

Um die Holzdübel sauber setzen zu können, ist ein Bohrständer von Vorteil, weil damit die Löcher zu 100% senkrecht werden. Hat man keinen Bohrständer, muss man halt mit ganz ruhigem Händchen ans Werk gehen.
Damit die Dübel von Teil 1 später auch in die Löcher von Teil 2 passen empfielt es sich, sogenannte Dübelsetzer zu verwenden. Ich finde die Dinger absolut klasse und unentbehrlich.

Tipp

Wenn man die Ränder entlang der Klebeflächen vor dem Leimen mit Malerkrepp abklebt, bleibt das Holz frei von Klebstoffflecken.

Während ich in die unteren Wandhalter – genau wie in die Kratzstämme – eine Gewindemuffe eingelassen habe, befindet sich im oberen Wandhalter einfach nur ein Loch. Durch dieses Loch wird später eine Maschinenschraube gesteckt und in den daruterliegenden Kratzstamm geschraubt.

Die Kratzbaumelemente

Da man aus Kratzstämmen und Wandhaltern noch keine Wandkratzbäume zaubern kann, braucht es nun auch noch ein paar Elemente, auf denen die Stubentiger dann später rumturnen, schlafen, fressen oder was auch immer können.

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Bei der Gestaltung eurer eigenen Wandkratzbäume sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Aber wer mag, darf sich natürlich hier inspirieren lassen. Ich habe wieder eine Skizze mit allen Maßen und verwendeten Holzstärken erstellt.

In der oberen Reihe finden sich Ebenen zum Liegen, die man z.B. mit Kissen bestücken kann. In zwei dieser Ebenen habe ich Löcher gesägt, um kleine Emaile-Schüsseln dort einzulassen. In diese Schüsselchen bekommt Schatzi sein Futter, da sich auf dem Boden oft Nacktschnecken als Mitesser einfinden.

Das letzte Element in der oberen Reihe ist sehr schmal. Es dient eigentlich nur als Einstiegshilfe in die Katzenhöhle. Dieses Element habe ich mit einem Pfotenabdruck verziert, indem ich diesen mit dem Bleistift vorgezeichnet und mit dem Lötkolben Pünktchen für Pünktchen ins Holz gebrannt habe. Wenn ihr keinen Lötkolben besitzt, werden es eure Katzen sicher verschmerzen können.

In der unteren Reihe der Skizze sieht man ein ganz kleines Element. Davon habe ich zwei Stück gefertigt. In diesen Teilen befinden sich nur kleine Bohrungen, um Spielzeug aufhängen zu können. Ganz simpel also. Das nächste, gabelartige Element soll eine Hängematte werden. Hier wird später nur ein Bezug auf die beiden „Zinken“ geschoben. Und auch das letzte Element – wovon ich zwei hergestellt habe –  wird zu einer Hängematte. Wie, kann man sehr schön den Fotos am Ende dieses Beitrags entnehmen.

Die Schlafhöhle

Der mittlere Wandkratzbaum wird nicht ganz so hoch, dafür schließt er mit einer gemütlichen Schlafhöhle ab. Die Grundfläche unserer Höhle beträgt 42cm x 42cm und die Höhe 34cm. Die verwendeten Multiplexreste haben eine Stärke von 12mm.  Die Öffnung der Höhle ist etwas 25cm breit und 18cm hoch. Ich habe sie angezeichnet und mit Hilfe einer Stichsäge ausgesägt. Die Schnittkanten wurden natürlich mit Sandpapier nachbearbeitet.

Wie man den Bildern gut entnehmen kann, habe ich die Einzelteile durch Holzdübel miteinander verbunden. Auch hier empfehle ich wieder die Verwendung von Dübelsetzern, damit die Löcher der aufeinandertreffenden Teile schlussendlich auch exakt zueinander passen. Der Deckel der Schlafhöhle ist abnehmbar und ist mit einer ausgesägten Katzentapse verziert, welche gleichzeitig als Griff dienen soll.

Für den Pfötchen-Griff habe ich zunächst einen Pfotenabdruck mit dem Bleistift vorgezeichnet und im Anschluss in jede Tatze ein Loch gebohrt. Durch das Loch kann man dann das Blatt der Laubsäge fädeln und sobald das Blatt in der Säge eingespannt ist, mit dem Sägen beginnen.  Die etwas ruppeligen Kanten habe ich mit einem sogenannten Multifunktionswerkzeug –  ursprünglich bekannt geworden unter dem Namen Dremel – aus dem Hause Aldi bearbeitet. Ich bin stolz auf meinen Pfötchengriff, allerdings ist diese Art von Detailarbeit für den späteren Nutzen der Höhle nicht zwingend erforderlich. 

Tipp

Damit das Holz eurer Wandkratzbäume lange schön und ohne Flecken bleibt, lackiert ihr am besten alle Einzelteile mindestens zweimal mit einem geeigneten Klarlack. Ich habe hier denselben Lack verwendet, den ich auch für unser Fummelbrett verwendet habe. Bei der Wahl des Lacks habe ich vor allem die Aspekte Geruch und Giftstoffe im Auge gehalten und mich deshalb für einen acrylbasierten Lack entschieden, der für das Behandeln von Kinderspielzeug zugelassen ist.

Die Montage der Wandkratzbäume

Nachdem ich nun doch einige Wochen mit dem Basteln der ganzen Einzelteile zugebracht hatte, freute ich mich schon riesig auf das Befestigen der Kratzbäume in Schatzis Räumchen. Erst jetzt zeigte sich, ob alles gut durchdacht war und meine Ideen schlussendlich auch katzentauglich waren.

Aber, es sah gut aus. Da ich bei der Verkleidung der Ständerwand mit den OSB-Platten bereits ausreichend Verlattung zum Befestigen der Kratzbäume angebracht hatte, ließen sich die Kratzbäume bombig befestigen. Es machte richtig Spaß zuzusehen, wie die interne Kletteranlage mit jedem Einzelteil weiter wuchs.

Schatzi durfte bei der Prozedur natürlich nicht fehlen. Selbstverständlich wurde jede Neuerung sofort inspiziert und manchmal musste ich echt gut aufpassen, dass er nicht schon mit dem Testen begann, bevor ich fertig befestigt hatte.

Katzen lieben Hängematten

Wer Katzen hat, der weiß, Katzen lieben Hängematten. Die Vorrichtung für zwei der begehrten Liegeplätze hatte ich ja bereits geschaffen, fehlte nur noch der Teil mit dem Plüsch. Also Nähmaschine an und los. Zu den Näharbeiten gibt es eigentlich nicht viel zu erklären. Wer ein wenig nähen kann, dem reichen die nachfolgenden Bilder sicher aus. Zum Fixieren der großen Hängematte habe ich übrigens einfach einen zersägten Besenstiel benutzt. Kostengünstig und effektiv.

Das Spielzeug für die Spielelemente

Abschließend nun noch ein paar Sätze zu den Spielelementen. Je nachdem wie spielfreudig der eigene Vierbeiner veranlagt ist, kann man ein Spielelement mehr oder weniger in den Kratzbäumen unterbringen.

Da Schatzi grundsätzlich den Aufenthalt im Freien bevorzugt und den Innenbereich fast ausschließlich nutzt, wenn es Kuhkacke regnet, habe ich nur zwei Spielelemente eingebaut. Ich wollte ihm einfach die Möglichkeit bieten, sich an richtig kalten Tagen ein wenig die Zeit zu vertreiben. Spielelement 2 muss noch mit Spielzeug ausgestattet werden. Für das erste Spielelement habe ich verschiedene Bälle gehäkelt und auf eine Gummischnur gefädelt.

Auf dem einen Ende der Schnur befinden sich eine Holzkugel, umschlossen von zwei kleinen Häkelbällen, auf dem anderen Ende ein großer Häkelball. Damit ich die Gummischnur erst durch das Holzelement und dann durch den Ball fädeln kann, habe ich ein Stück dünnen Schlauch  (Luft- oder CO2-Schlauch aus der Aquaristik) in den Ball „eingehäkelt“. Der Schlauch wird aus dem Ball entfernt, sobald die Gummischnur durchgezogen wurde.

Warum so „kompliziert“? Auf diese Weise besteht das Spielzeug aus nur einer Schnur. Ziehe ich an dem großen Ball, rutschen die kleinen Bälle nach. Umgekehrt verhält es sich dann halt genauso. Egal, an welcher der beiden Schnüre Schatzi also zieht, er setzt damit immer die jeweils andere Schnur in Bewegung. Ich hoffe zumindest, dass das den Anreiz zur Betätigung ein wenig erhöht.

So, das wars dann auch schon hierzu. Vielleicht konnte ich ja dem einen oder anderen Leser Lust auf selbstgebaute Wandkratzbäume machen. Ich wünsche auf jeden Fall gutes Gelingen und sollten Fragen offen geblieben sein, scheut euch nicht, diese hier zu stellen.

Update 25.10.2016

Nach Rücksprache mit den Jungs habe ich mich entschieden, mit diesem Beitrag an der tollen DIY-Blogparade von Claudia und Anita teilzunehmen. Schaut doch mal dort vorbei.

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5 Kommentare

  1. SchatznasenBronek

    Ein erstklassiger Katzenblog von einer hübschen Wasserfrau über ihre niedlichen Katzen. Freue mich über den zukünftigen regelmässigen Newsletter. LG

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