Huhnihahner – Katzenfutter mit Huhn

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Alle ein bis zwei Monate ist Huhnihahner-Tag. An diesem Tag mutiert unsere Küche vollkommen zur Katzenfutterküche und Percy ist begeisterter Beobachter des Geschehens. Für alle Interessierten möchte ich in diesem Beitrag verraten, wie genau wir unser Katzenfutter mit Huhn zubereiten. Damit ihr neben dem „Rezept“ auch einen Überblick über die Kosten bekommt, haben wir bei unserem letzten Einkauf alle Belege aufgehoben und exakt mitgerechnet.
Aber warum eigentlich Huhnihahner?  Wenn man das Angebot…

Alle ein bis zwei Monate ist Huhnihahner-Tag. An diesem Tag mutiert unsere Küche vollkommen zur Katzenfutterküche und Percy ist begeisterter Beobachter des Geschehens.

Aber warum Huhnihahner?  Wenn man das Angebot an Geflügelfleisch im Supermarkt betrachtet, liest man überall nur Hähnchen. Hähnchenschenkel,  Hähnchenbrustfilet… Wir finden, das männliche Huhn wird hier klar bevorzugt. Deshalb haben wir unser Katzenfutter mit Huhn, im Sinne der emanzipierten Henne, Huhnihahner genannt.

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Für alle Interessierten möchte ich nun verraten, wie wir unser Katzenfutter mit Huhn zubereiten. Damit ihr neben dem „Rezept“ auch einen Überblick über die Kosten bekommt, haben wir bei unserem letzten Einkauf alle Belege aufgehoben und mitgerechnet. Die wesentlichen Zutaten und Preise könnt ihr der nachfolgenden Tabelle entnehmen.
Ich kaufe das Fleisch so ein, dass ich es noch am selben Tag, spätestens jedoch am Folgetag verarbeiten kann. Die hier aufgezeigte Menge an Zutaten ergab am Ende einen Vorrat von 50 Tagesrationen a 130g Futter.

Katzenfutter mit Huhn – Zutaten-/Preisliste

6 x Hähnchenschenkel6.600g16,74 €
1 x Hähnchenleber468 g1,89 €
3 x Hähnchenherzen1.349 g6,20 €
Speisekartoffeln237g0,26 €
Biomöhren292g0,29 €
Suppengrün0,99 €
Zucchini227g0,34 €
Taurin (200g / 17,99€)13,4g1,20€
27,91€

Als ich mich vor gut zwei Jahren erstmals mit dem Kochen von Katzenfutter befasste, habe ich zunächst die einfache Variante probiert. Ein Hühnchen abgekocht, zerkleinert und die Katze damit beglückt. Leider war Percy von diesem Futter gar nicht begeistert. So entschied ich mich, die etwas kompliziertere Variante zu testen. Bei dieser Variante blieb es dann, denn scheinbar schmeckt Percy das Futter nun ausgezeichnet.

Zunächst löse ich alles Fleisch mit einem scharfen Messer von den Knochen und schneide es in schmale Streifen. Die Haut der Oberkeule sowie das Fett entferne ich, da Percy leider zu Übergewicht neigt.
Herzen und Leber schneide ich ebenfalls in kleine Stückchen. Die Stücke sollten nicht zu groß sein, damit sich später auch in jedem Glas etwas davon wieder findet. Insbesondere beim Herz achte ich darauf, dass ich je Herz mindestens 6 Stücke schneide. Sind die Herzstückchen zu groß, frisst Percy sie nicht, sondern spielt lieber damit. Vermutlich erinnern sie ihn wegen ihrer Konsitenz an Flummies.

Während ich das Fleisch schneide, erhitze ich auf dem Herd einen Topf Wasser mit dem Suppengemüse. Da Katzen keine Zwiebel fressen sollten und Lauch ein zwiebelartiges Gemüse ist, verzichte ich auf Lauch und koche nur Sellerie, Möhre und Petersilie mit.
Ist das Fleisch an den Knochen gar, nehme ich die Knochen aus dem Wasser und lasse sie ein wenig abkühlen.

Später löse ich alles Fleisch von den Knochen ab. Bei unserem letzten Einsatz kamen dabei immerhin 312g Fleisch zusammen. Ich finde, dafür lohnt sich die Mühe. Die Hühnerbrühe gieße ich durch ein Sieb. Sie wird später noch verwertet. Die Gelenkknorpel landen übrigens mit den Knochen im Hausmüll.

5848g87,5%=x12,5%
x =584887,5.12,5
x=5848:87,5.12,5
x=66,834.12,5
x=835g

Wenn alles Fleisch geschnitten und von den abgekochten Knochen gelöst ist, wiege ich alle Fleischzutaten aus. Bei unserer letzten Huhnihahnerproduktion kamen wir auf insgesamt 5848g Fleisch bestehend aus rohem Hühnerfleisch (3684g), abgekochtem Fleisch (312g), Hühnerherzen (1408g) und Hühnerleber (444g).

Nun gehts ans Rechnen. Da ich mein Futter nicht verkaufe, bin ich eigentlich niemandem Rechenschaft über ein paar Gramm rauf oder runter schuldig. Dennoch bemühe ich mich, um ein vernünftiges Verhältnis der Zutaten, sonst könnte ich ja auch Futter kaufen.  Ich möchte heute ein Verhältnis von 87,5% Fleisch und 12,5% Gemüse erzielen. Die Menge an Fleisch ist mir ja bereits bekannt; da komme ich heute auf 5848g. Wie errechne ich aber nun, wieviel Gemüse ich benötige, um auf das besagte Verhältnis 87,2 / 12,5 zu kommen?

Mein kleines Rechenbeispiel (links) zeigt, wie ich die Berechnung meiner Zutaten vorgenommen habe. Ich komme heute auf einen Gemüseanteil von 835g.
Percy frisst das Gemüse übrigens immer mit und sortiert nichts aus.

Beim Gemüse achte ich auf gute Qualität, das gilt besonders für Kartoffeln. Wer möchte schon den Geschmack von fast 6kg Fleisch durch eine müffelige Kartoffel verderben.
Das Gemüse wird geputzt und dann ausgewogen. Die Tomaten (85g) stammen aus eigener Ernte und sind deshalb nicht auf der Einkaufsliste. Ansonsten haben wir uns heute für Kartoffeln (237g), Möhren (292g) und Zucchini (227g) entschieden.
Wir haben auch schon Broccoli verarbeitet, allerdings verdächtige ich diesen, für das vorzeitige Aufgehen einiger Gläser verantwortlich zu sein.

Das Gemüse zerkleinere ich mit Hilfe eines Gurkenhobels – ausgenommen die Tomaten. Die Kartoffeln werden – je nach Größe – zuvor längs halbiert oder geviertelt, die Zucchini halbiere ich vorab ebenfalls einmal längs. Kauft möglichst kleine Zucchini, da diese noch keine Kerne enthalten.
Wenn alles Gemüse geschnitten ist, geht es zügig ans Vermengen, damit die Kartoffeln nicht schwarz anlaufen. Ich habe mir eine Art Plastikwanne gekauft. Darin kann man gut alles durchmischen, ohne dass es über den Rand geht.

Wie man bereits der Einkaufsliste entnehmen kann, menge ich unserem selbstgemachten Katzenfutter Taurin bei. Ich möchte einfach sicher gehen, dass Percy durch das selbst hergestellte Futter keinen Mangel erleidet. Das Taurin kaufe ich bei Zooplus ein.

Bei der Dosierung richte ich mich nach den Angaben namhafter Futterhersteller. Hier werden in etwa 2000mg Taurin je kg Nassfutter zugefügt. Um die passende Dosierung Taurin für meine Futtermasse zu berechnen, multipliziere ich also die 2000mg mit dem Gewicht meiner Futtermasse in kg. Ich gebe also noch 13366mg Taurin zum Futter hinzu und dann wird alles sehr gründlich miteinander vermengt. Mit ein bis zwei Esslöffeln hochwertigem Rapsöl gelingt das Mischen nochmal so gut.

6683g=6,683kg
2000mg.6,683=13366mg

Nun geht es ans Befüllen der Gläser, denn ich möchte die rohe Masse einwecken und lasse sie dadurch im eigenen Saft garen. Ich befülle jedes Glas mit 260g, so dass ich mit einem Glas jeweils zwei Tage reiche. Das Gewicht von Glas und Trichter tariere ich aus, so dass die Waage ausschließlich das Gewicht der eingefüllten Futtermasse anzeigt. Das geht eigentlich mit jeder halbwegs modernen Küchenwaage per Knopfdruck.

Wichtig ist, dass sowohl die Glasränder, als auch die Deckel und Gummiringe absolut sauber sind. Fettrückstände am Glasrand durch vorbeigekleckerte Futtermasse oder Brühe, müssen unbedingt gründlich entfernt werden, sonst schließen die Gläser nicht. Nachdem alle Gläser mit der Fleischmasse befüllt sind, gieße ich die Brühe – die durch das Abkochen der Knochen entstand – durch ein Sieb und fülle in jedes Glas etwa 50-60ml der leckeren Hühnerbrühe. So gehe ich sicher, dass das Futter später nicht zu trocken ist. Percy schlabbert seine Brühe stets mit Hochgenuss zuallererst weg.

Nachdem alle Gläser verschlossen und mit Weckspangen bestückt sind, werden sie in den Wecktopf verfrachtet. Ich nutze einen elektrischen Wecktop und wecke meist in zwei Lagen (zwei Reihen Gläser übereinander geschichtet). Der Weckgang dauert in etwa drei Stunden.
Wenn die Weckzeit abgelaufen ist, stelle ich die Gläser auf eine Lage Frotteehandtücher und decke sie auch mit solchen ab, damit die Gläser langsam abkühlen können. Erst am nächsten Tag entferne ich die Spangen und prüfe die Gläser auf Dichtigkeit. Ich lagere unseren Huhnihahner-Vorrat übrigens in einem alten Kühlschrank im Keller, da ich so quasi keine Verluste durch aufgegangene Gläser habe und sicher stelle das Percy nicht irgendwann mal verdorbenes Futter bekommt. Sollte  unter den Vorräten doch mal ein offenes Glas auftauchen, bitte werft es weg und riskiert nichts, es handelt sich immerhin um Fleisch.

Tipp

Nach Lust und Laune menge ich dem Huhnihahner auch schon mal einen Teelöffel Hüttenkäse bei. Das findet Percy von Zeit zu Zeit ganz lecker und es bringt ein wenig Abwechslung auf seinen Speiseplan.

Außerdem gebe ich – nachdem ich das Futter leicht angewärmt habe – eine selbsthergestellte Vitaminmischung zu seinem Futter dazu. So stelle ich sicher, dass ihm auch wirklich nichts fehlt.

VitaPulver Eigenmischung

1 Tasse Torulahefeflocken oder Edelhefeflocken
1/2 Tasse Lezithingranulat (Reformhaus)
1/8 Tasse Spirulina (am besten Spirulina mit Ester-C-Vitamin)
1/8 Tasse Futterknochenmehl

Gut vermischen, in ein Glas mit Schraubdeckel füllen. Im Kühlschrank aufbewahren. Vitapulver kann auch Fertigfutter beigegeben werden. 1-2 TL pro Tag.

Quelle: GU TierRatgeber – Leckeres für Katzenzungen – Elina Sistonen-Schasche

Vielen Dank für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung des Rezepts.

Für alle, die keine Lust haben, die Vitaminmischung selbst herzustellen, gibt es diese in den Varianten VITA-MINERAL-MIX Pulver und VITAPULVER als Fertigmischung zu kaufen.

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2 Kommentare

  1. SchatznasenDaisy

    Hallo

    Erstmal vielen Dank für diese super tolle Erklärung

    Mich würde jetzt nur noch interessieren, wie der Kilopreis vom fertig gemischten und gekochten Futter ist.

    Liebe Grüße
    Daisy

    • SchatznasenSchatznasen Autor dieses Beitrags:

      Hallo Daisy,

      es kommt ganz daruf an, wie genau man diese Rechnung aufmachen möchte. Genau genommen, müsste man hierzu ja sogar die entstandenen Stromkosten mit in die Rechnung einbeziehen. Die Kosten für die reinen Zutaten kann man anhand meiner Einkaufsliste ja einfach auf ein Kilo Futter herunter rechnen.

      liebe Grüße Andrea & Jungs

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