Geriatrisches Profil

Geriatrisches Profil Katze

Geriwas? Als Geriatrie bezeichnet man die Altersheilkunde des Menschen. Die Tiergeriatrie befasst sich mit selber Thematik, nur auf den Vierbeiner bezogen. Demzufolge könnte man ein geriatrisches Profil auch als Altersprofil bezeichnen. Kurzum, bei besagtem Profil handelt es sich um eine recht ausführliche Blutuntersuchung, bei welcher die wichtigsten Organwerte des Vierbeiners ermittelt werden. Im Wesentlichen sind das Werte, die Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse betreffen, aber auch die Schilddrüse (T4) wird mit unter die Lupe genommen.

Geriwas? Als Geriatrie bezeichnet man die Altersheilkunde des Menschen. Die Tiergeriatrie befasst sich mit selber Thematik, nur auf den Vierbeiner bezogen. Demzufolge könnte man ein geriatrisches Profil auch als Altersprofil bezeichnen. Kurzum, bei besagtem Profil handelt es sich um eine recht ausführliche Blutuntersuchung, bei welcher die wichtigsten Organwerte des Vierbeiners ermittelt werden. Im Wesentlichen sind das Werte, die Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse betreffen, aber auch die Schilddrüse (T4) wird mit unter die Lupe genommen.

Wozu das Ganze?

So mitteilsam unsere Schatznasen sind, wenn es um Streicheleinheiten und Leckerchen geht, so verschwiegen sind sie, wenn es darum geht, gesundheitliche Probleme preiszugeben. Nicht zuletzt deshalb werden – gerade bei Katzen – viele Krankheiten erst diagnostiziert, wenn sich diese bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. So kann es schnell passieren, dass dir ab Zeitpunkt der Diagnose nicht mehr viel Zeit mit deinem geliebten Vierbeiner bleibt.

Wir haben diese bittere Erfahrung erstmals vor rund 10 Jahren mit unserem Kater „Mohrchen“ machen müssen. Als er uns endlich zu verstehen gab, dass ihm etwas fehlt, waren seine Nieren bereits so stark geschädigt, dass uns trotz aller ergriffenen Maßnahmen nur noch wenige Monate miteinander blieben. Mohrchen wurde in Folge seiner heimtückischen Nierenschwäche leider nur knapp zwölf Jahre alt. CNI ist übrigens eine ausgesprochen häufig auftretende Erkrankung bei älteren Katzen.

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Damit uns das in dieser Form so schnell nicht wieder passieren kann, lassen wir unseren Rasmus (9,5 Jahre) seit zwei Jahren 1x jährlich untersuchen und ein geriatrisches Profil erstellen. Mit zunehmendem Alter ist es sinnvoll, die Intervalle zu halbieren. Die regelmäßigen Untersuchungen verhindern sicherlich keine Krankheit, aber frühzeitig erkannten Krankheiten kann man auch frühzeitig entgegenwirken. Wenn  z.B. eine CNI sehr früh erkannt wird, kann man die geschädigten Nieren durch eine Ernährungsumstellung und die Gabe von speziellen Medikamenten entlasten und das Fortschreiten der Erkrankung so erheblich verlangsamen. Auch eine Diabetes richtet wesentlich weniger Schaden an, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Es lohnt sich also wirklich, seine Stubentiger ab einem gewissen Alter regelmäßig checken zu lassen.

Ablauf und Kosten

Wenn man sich entschließt, seinen Miezebär mal gründlich checken zu lassen, sollte man hierfür ruhig einen Termin beim Tierarzt machen. Ist der Termin dann herangerückt, wird die Katze – nach unserer Erfahrung – zunächst ganz normal untersucht, sprich abgehört, abgetastet und es wird ein Blick in Maul und Ohren geworfen. Je nach Arzt wird dein Stubentiger eventuell auch noch gewogen, was meiner Erfahrung nach viel zu oft versäumt wird. Also ruhig mal darauf bestehen.

Die Blutentnahme findet je nach Arzt und Kooperationsbereitschaft der Katze aus einem Vorder- oder Hinterbein statt. Mit einem kleinen Röhrchen Blut ist es schon getan und damit hat es der Vierbeiner dann eigentlich auch schon geschafft. Nach wenigen Tagen verfügt der Tierarzt dann über die Laborbefunde und kann Aukunft über den Gesundheitszustand deiner Schatznase geben.

Die Kosten, die hierbei entstehen, gliedern sich in zwei Posten auf.  Einmal in die Gebühren, die der Tierarzt für Untersuchung und Blutentnahme berechnet – das variiert selbstverständlich von Arzt zu Arzt. Vielleicht könnt ihr euch an den Kosten vorangegangener Untersuchungen orientieren.  Hinzu kommen die Kosten, die das Labor in Rechnung stellt. Bei unserem Labor belief sich der Betrag schlussendlich auf rund 42,00 Euronen inklusive Märchensteuer. In der Summe kann man also nach meiner Erfahrung mit Kosten von ungefähr 70,00-85,00 Euro rechnen. Sicher für viele ein Betrag, den sie nicht immer mal eben so rumliegen haben. Aber diese Ausgabe kann andere Kosten sparen/senken und/oder deinem geliebten Vierbeiner ein längeres Leben bescheren. Ich finde, es lohnt sich.

Befund-Beispiel: Geriatrisches Profil, Kater Rasmus

Mit freundlicher Genehmigung der IDEXX GmbH veröffentliche ich an dieser Stelle mal das aktuelle geriatrische Profil unseres Norweger-Katers Rasmus. Wer noch nie solch ein geriatrisches Profil gesehen hat und mag, kann sich so mal einen Eindruck verschaffen.

In der Spalte „Ergebnis“ kann man alle Werte des eigenen Stubentigers ablesen und mit der Spalte „Normalwert“ abgleichen. Der Farbcode erleichtert das Ganze allerdings schon ein wenig. In unserem Fall sind alle Werte grün unterlegt, was bedeutet, dass sie im Normbereich liegen. Weicht ein Wert von der Norm ab, ist er rot unterlegt und fällt somit sofort ins Auge.

TierhalterLübke, Andrea Auftrags-Nr73909934
TierKatze Rasmus Labor-Nr / ProbeneingangsdatumVM662760/02.03.2016
MaterialSerum, EDTA-Blut
UntersuchungErgebnisSignNormalwertMaßeinheitAnm
Geriatrisches Profil ohne Blutbild
T4 (Basalwert)2.4
0.8 – 4.7ug/dl1)
(EIA)
<0.8 ug/dl subnormal
0.8 - 4.7 ug/dl normal
2.3 - 4.7 ug/dl Graubereich bei alten und symptomatischen Katzen
>4.7 ug/dl vereinbar mit Hyperthyreose
Umrechnungsfaktor von ug/dl zu nmol/l: x 12.87
Niere:
Harnstoff-N20
16 – 38mg/dl
Kreatinin1.3
< 1.9mg/dl
SDMA (EIA)3
0 – 14ug/dl2)
SDMA ist ein neuer renaler Biomarker.
Konzentrationen >14ug/dl weisen auf eine verminderte renale Elimination
und somit auf eine mögliche eingeschränkte Nierenfunktion hin.
Natrium156
147 – 159mmol/l
Chlorid116
109 – 129mmol/l
Kalium4.5
3.3 – 5.8mmol/l
anorg.Phosphat1.7
0.8 – 2.2mmol/l
Leber:
Bilirubin0.4
< 0.4mg/dl
ALT (GPT)57
< 175U/l
Alk. Phosphatase29
< 73U/l
y-GT1
< 5U/l
AST (GOT)22
< 71U/l
GLDH<1
< 11U/l
Gesamteiweiß8.2
5.9 – 8.7g/dl
Albumin im Serum3.9
2.7 – 4.4g/dl
Globulin4.4
2.9 – 5.4g/dl
Albumin-Globulin-Quotient0.89
> 0.57
Pankreas:
Glucose121
63 – 140mg/dl
Cholesterin214
< 329mg/dl
Cholesterin (nüchterne normalgewichtige Katzen): < 200 mg/dl
Fruktosamin271
190 – 365umol/l
Muskel:
CK442
< 542U/l
LDH67
< 182U/l
Calcium2.8
2.2 – 2.9mmol/l
Magnesium0.9
0.6 – 1.1mmol/l
Triglyceride gesamt109
21 – 432mg/dl
Triglyzeride (nüchterne normalgewichtige Katzen): 21 - 100 mg/dl
Anmerkung:
1)
Katzen mit einer T4-Konzentration oberhalb des Referenzbereichs und typischer Symptomatik leiden mit großer Wahrscheinlichkeit an einer Hyperthyreose. Bei älteren Katzen mit typischer Symptomatik einer Hyperthyreose und einer T4-Konzentration im Graubereich sollten gleichzeitige nicht thyreoidale Erkrankungen und die Verabreichung bestimmter Medikamente abgeklärt oder ein Frühstadium der Erkrankung in Betracht gezogen werden. Wir empfehlen gegebenenfalls eine Nachtestung in 2-8 Wochen oder evtl. die Bestimmung des freien T4 mittels Dialyseverfahren. Katzen mit einer erniedrigten T4-Konzentration leiden meist an einer nichtthyreoidalen Erkrankung (NTI) oder sind im Rahmen der Hyperthyreose-Therapie überdosiert. Wiederholte T4-Konzentrationen im unteren Referenzbereich schließen das Vorliegen einer Hyperthyreose weitgehend aus. Bei einer Therapie mit Methimazol liegen die T4-Konzentrationen normalerweise im unteren Referenzbereich.
2)
IDEXX SDMA ist ein neuer Test zur Evaluierung der Nierenfunktion. Bei der chronischen Nierenerkrankung ist SDMA bei vielen Patienten früher erhöht als Kreatinin. Im Gegensatz zu Kreatinin wird SDMA nicht von der Muskelmasse des Körpers beeinflusst. Sowohl die SDMA- als auch die Kreatininkonzentration befinden sich innerhalb des Referenzintervalls, es liegt vermutlich eine gute Nierenfunktion vor. Liegen die SDMA- und/oder Kreatininkonzentration nahe der Obergrenze des Referenzintervalls, kann eine Nierenerkrankung im frühen Stadium nicht sicher ausgeschlossen werden. Wir empfehlen zusätzlich eine Urinanalyse inklusive spezifischem Gewicht und UPC-Verhältnis, um sicher zu gehen, dass keine Hinweise für eine Nierenerkrankung vorliegen.

Tipp

Ich persönlich halte es seit geraumer Zeit so, dass ich mir alle wichtigen Befunde meiner Vierbeiner in Papierform aushändigen lasse oder per Mail geschickt bekomme. Sollte mal ein „Notbesuch“ bei einem anderen Tierarzt notwendig sein, kann es durchaus hilfreich sein, wenn man dem behandelnden Arzt vorhandene Befunde zur Verfügung stellen kann. Manchmal erspart man seinem Tier so eine doppelte Untersuchung und sich selbst unnötige Kosten. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf das geriatrische Profil, sondern auch auf alle sonstigen Laborwerte oder ähnliches.

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